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howto:howto:gpgkonfigurieren

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howto:howto:gpgkonfigurieren [2019/10/04 18:54]
yadda
howto:howto:gpgkonfigurieren [2019/10/04 19:17]
yadda dirmngr.conf rausgestrichen
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 ====== GnuPG konfigurieren ====== ====== GnuPG konfigurieren ======
- 
-~~TOC~~ 
  
 Um nicht jedes Mal zusätzliche Befehlsparameter in Terminal eingeben zu müssen, kannst du Einstellungen dauerthaft in der Konfiguration von GnuPG abspeichern. Die Einstellungen für GnuPG werden in einfachen Text-Dateien gespeichert,​ die du mit einem Editor deiner Wahl bearbeiten kannst. ​ Um nicht jedes Mal zusätzliche Befehlsparameter in Terminal eingeben zu müssen, kannst du Einstellungen dauerthaft in der Konfiguration von GnuPG abspeichern. Die Einstellungen für GnuPG werden in einfachen Text-Dateien gespeichert,​ die du mit einem Editor deiner Wahl bearbeiten kannst. ​
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-===== gpg.conf ​und dirmngr.conf ​=====+===== Einstellungen in gpg.conf ​bearbeiten ​=====
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-Die Konfigurationsdatei für GnuPG heißt **gpg.conf** und liegt im Ordner **.gnupg** deines Home-Verzeichnisses. Im selben Verzeichnis liegt die Konfigurationsdatei für ''​dirmngr'',​ dem Programm das für GnuPG das Herunterladen und Aktualisieren von Schlüsseln auf öffentlichen Keyservern regelt.+Die Konfigurationsdatei für GnuPG heißt **gpg.conf** und liegt im Ordner **.gnupg** deines Home-Verzeichnisses. ​
  
 Um die Dateien zu bearbeiten: Um die Dateien zu bearbeiten:
   xdg-open ​ ~/​.gnupg/​gpg.conf   xdg-open ​ ~/​.gnupg/​gpg.conf
-Oder  
-  xdg-open ​ ~/​.gnupg/​dirmngr.conf 
  
-<note important>​Die Veränderungen die du in gpg.conf und dirmngr.conf vornimmst müssen nicht notwendigerweise Auswirkungen für grafische Frontends wie Enigmail oder Seahorse haben, die auf GnuPG zurückgreifen.</​note>​+<note important>​Die Veränderungen die du in gpg.conf vornimmst müssen nicht notwendigerweise Auswirkungen für grafische Frontends wie Enigmail oder Seahorse haben, die auf GnuPG zurückgreifen.</​note>​
   ​   ​
-==== Sichere Keyserver ====+===== Sichere Keyserver ​=====
  
 Die sogenannte SKS-Keysserver,​ die seit Jahrzehnten für die Veröffentlichung und das öffentliche Signieren von PGP-Schlüsseln verwendet wurde, bietet keinen Schutz gegen Spam. Dass es keine zentrale Autorität und keine Moderation für das hochladen von Schlüsseln gibt, war früher als Sicherheitsfeature gedacht worden: Wenn selbst die Admins kein Schlüsselmaterial entfernen können, können sie auch nicht von staatlichen Autoritäten dazu gezwungen werden. Leider sind die klassischen Keyserver dadurch anfällig für Missbrauch durch den Upload falscher Keys und böswilliger Signaturen. Das wurde bereits 2013 mit einem [[https://​github.com/​micahflee/​trollwot#​trolling-the-web-of-trust|Skript für das automatisierte Signieren öffentlicher PGP-Keys mit ASCII-Bildern]] demonstriert. Mitte 2019 wurden die öffenlichen Schlüssel zweier OpenPGP-Entwickler [[https://​sks-keyservers.net/​pks/​lookup?​op=vindex&​search=0xCC11BE7CBBED77B120F37B011DCBDC01B44427C7|mit so vielen Megabytes an Signaturen versehen]], dass GnuPG beim importieren der Schlüssel crasht und unbrauchbar wird. Seither empfehlen viele OpenPGP-Entwickler*innen,​ die modernere Schlüsselserver-Software auf https://​keys.openpgp.org zu verwenden Die sogenannte SKS-Keysserver,​ die seit Jahrzehnten für die Veröffentlichung und das öffentliche Signieren von PGP-Schlüsseln verwendet wurde, bietet keinen Schutz gegen Spam. Dass es keine zentrale Autorität und keine Moderation für das hochladen von Schlüsseln gibt, war früher als Sicherheitsfeature gedacht worden: Wenn selbst die Admins kein Schlüsselmaterial entfernen können, können sie auch nicht von staatlichen Autoritäten dazu gezwungen werden. Leider sind die klassischen Keyserver dadurch anfällig für Missbrauch durch den Upload falscher Keys und böswilliger Signaturen. Das wurde bereits 2013 mit einem [[https://​github.com/​micahflee/​trollwot#​trolling-the-web-of-trust|Skript für das automatisierte Signieren öffentlicher PGP-Keys mit ASCII-Bildern]] demonstriert. Mitte 2019 wurden die öffenlichen Schlüssel zweier OpenPGP-Entwickler [[https://​sks-keyservers.net/​pks/​lookup?​op=vindex&​search=0xCC11BE7CBBED77B120F37B011DCBDC01B44427C7|mit so vielen Megabytes an Signaturen versehen]], dass GnuPG beim importieren der Schlüssel crasht und unbrauchbar wird. Seither empfehlen viele OpenPGP-Entwickler*innen,​ die modernere Schlüsselserver-Software auf https://​keys.openpgp.org zu verwenden
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   ​   ​
 Falls du GnuPG mit Tor verwendest, kannst stattdessen den Onion-Service nutzen: Falls du GnuPG mit Tor verwendest, kannst stattdessen den Onion-Service nutzen:
-  keyserver hkp://​zkaan2xfbuxia2wpf7ofnkbz6r5zdbbvxbunvp5g2iebopbfc4iqmbad.onion+  keyserver ​   hkp://​zkaan2xfbuxia2wpf7ofnkbz6r5zdbbvxbunvp5g2iebopbfc4iqmbad.onion
   ​   ​
-<note important>​Verbindungen mit Onion-Services verlassen nie das Tor-Netzwerk und sind daher ende-zu-ende-verschlüsselt. In solchen Fällen ist es kein Problem, Verbindungen mit ''​hkp://''​ aufzubauen. ​In allen anderen Fällen ​solltest du ''​hkps://''​ (HKP over TLS) verwenden.</​note>​+<note important>​Verbindungen mit Onion-Services verlassen nie das Tor-Netzwerk und sind daher ende-zu-ende-verschlüsselt. In solchen Fällen ist es kein Problem, Verbindungen mit ''​%%hkp://%%''​ aufzubauen. ​Andernfalls solltest ​solltest du Verbindungen immer mit ''​%%hkps://%%''​ (HKP over TLS) verschlüsseln.</​note>​ 
 + 
 +Manche PGP-Keys enthalten einen Hinweis darauf, von welchem Keyserver sie aktualisiert werden sollten. Sicherheitshalber sollte GnuPG solche Hinweise ignorieren:​ 
 + 
 +  keyserver-options no-honor-keyserver-url
   ​   ​
-==== GnuPG anonymisieren ====+===== GnuPG anonymisieren ​=====
  
 Wessen Öffentliche PGP-Keys du von Keyservern herunterlädst kann mehr Aufschluss über dich geben als du möchtest. Vielleicht willst du auch deinen eigenen öffentlichen Key auf einem Keyserver hochladen, ohne dabei deine IP-Adresse preiszugeben. Wessen Öffentliche PGP-Keys du von Keyservern herunterlädst kann mehr Aufschluss über dich geben als du möchtest. Vielleicht willst du auch deinen eigenen öffentlichen Key auf einem Keyserver hochladen, ohne dabei deine IP-Adresse preiszugeben.
  
-=== System-Tor im Hintergrund ===+==== System-Tor im Hintergrund ​====
  
 GnuPG erkennt beim Start, [[howto:​howto:​systemtor|ob Tor als Hintergrundprozess läuft]]. In diesem Fall wird sich GnuPG automatisch über Tor verbinden.  ​ GnuPG erkennt beim Start, [[howto:​howto:​systemtor|ob Tor als Hintergrundprozess läuft]]. In diesem Fall wird sich GnuPG automatisch über Tor verbinden.  ​
  
-=== Zufällige Schlüsselaktualisierung mit Parcimonie ===+==== Zufällige Schlüsselaktualisierung mit Parcimonie ​====
  
 Verbindungen werden zwar jetzt über Tor getunnelt; Durch Aktualisieren deiner PGP-Keys könntest du allerdings deine Kontaktliste und dadurch Rückschlüsse auf deine eigene Identität offenbaren. Das würde jedes Mal passieren, wenn du mit ''​gpg --refresh-keys''​ oder bei Enigmail mit //Alle öffentlichen Schlüsselaktualisieren// ​ deinen gesamten Schlüsselbund auf einmal aktualisierst. Verbindungen werden zwar jetzt über Tor getunnelt; Durch Aktualisieren deiner PGP-Keys könntest du allerdings deine Kontaktliste und dadurch Rückschlüsse auf deine eigene Identität offenbaren. Das würde jedes Mal passieren, wenn du mit ''​gpg --refresh-keys''​ oder bei Enigmail mit //Alle öffentlichen Schlüsselaktualisieren// ​ deinen gesamten Schlüsselbund auf einmal aktualisierst.
  
-Um das zu vermeiden kannst du [[Parcimonie]] installieren. Parcimonie ist ein Programm, dass bei jedem Start deines Computers automatisch als Hintergrundprozess gestartet wird und deine Schlüssel einzeln und in zufälligen Zeitabständen über Tor aktualisiert. Diese zufälligen Zeitabstände zugleich lang genug, dass sich Tor in der Zwischenzeit eine neue Exit-Node suchen kann. Dadurch können die IP-Adressen und Zeitpunkte, zu denen verschiedene Schlüssel abgerufen werden, nicht miteinander in Verbindung gebracht werden+Um das zu vermeiden kannst du [[https://​gaffer.ptitcanardnoir.org/​intrigeri/​code/​parcimonie/​|Parcimonie]] installieren. Parcimonie ist ein Programm, dass bei jedem Start deines Computers automatisch als Hintergrundprozess gestartet wird und deine Schlüssel einzeln und in zufälligen Zeitabständen über Tor aktualisiert. Diese zufälligen Zeitabstände zugleich lang genug, dass sich Tor in der Zwischenzeit eine neue Exit-Node suchen kann. Dadurch können die IP-Adressen und Zeitpunkte, zu denen verschiedene Schlüssel abgerufen werden, nicht miteinander in Verbindung gebracht werden
  
 <hidden Installation auf Ubuntu, Mint, Debian> <hidden Installation auf Ubuntu, Mint, Debian>
 +
 +  sudo apt install parcimonie
 +  ​
 +Debian wird Parcimonie nach der Installation automatisch starten. Andernfalls kannst du es manuell zu den Startprogrammen hinzufügen.
  
 </​hidden>​ </​hidden>​
  
-<hidden Installation auf UbuntuMint, Debian>+ 
 +---- 
 + 
 + 
 +<hidden Installation auf Arch und Arch-Derivaten>​ 
 +Die ursprüngliche Implementation von Parcimonie ist in den Arch-Repositories nicht verfügbar. Du kannst stattdessen die leichtgewichtige Neuimplementation [[https://​github.com/​EtiennePerot/​parcimonie.sh|Parcimonie.sh]] aus dem [[https://​aur.archlinux.org/​packages/​parcimonie-sh-git/​|Arch User Repository]] installieren. 
 + 
 +Nach der Installation kannst du Parcimonie.sh als Systemd-Service im Hintergrundlaufen lassen: 
 +  sudo systemctl enable --now parcimonie.sh@all-users 
 +   
 +Ob Parcimonie.sh läuftkannst du nachprüfen mit: 
 +  sudo systemctl status parcimonie.sh@all-users 
 +</hidden>
  
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howto/howto/gpgkonfigurieren.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/04 19:17 von yadda